In einer Welt, in der die Nachfrage so groß ist wie nie zuvor, kann sich eine agile Lieferkette schnell an Marktveränderungen anpassen, Nachfragespitzen antizipieren und die Liefererwartungen der Kunden erfüllen. Lesen Sie weiter und entdecken Sie die Vorteile flexibler Lieferketten für den E-Commerce und Strategien für Ihr Unternehmen.
Wieso ist eine agile Lieferkette so wichtig?
Der globale E-Commerce ist in den letzten Jahren stark gewachsen, brachte aber auch Herausforderungen mit sich. Während der Pandemie gaben über zwei Drittel (68 %) der Unternehmen an, aufgrund fehlender genauer und aktueller Informationen zur schwankenden Kundennachfrage Schwierigkeiten bei der Bedarfsplanung zu haben. Auch neuere Faktoren wie der Krieg in der Ukraine, geopolitische Konflikte und Arbeitskräftemangel wirkten sich aus und verursachten Engpässe in den Lieferketten, die zu Verzögerungen und höheren Produktionskosten führten. Daher ist Agilität zu einem immer wichtigeren Merkmal des Supply Chain Managements (SCM) geworden.
Vorteile einer agilen Lieferkette für E-Commerce
Unternehmen können Lieferkettenrisiken durch Agilität minimieren und schnell auf unerwartete Marktveränderungen wie Probleme mit Lieferanten oder Nachfragespitzen reagieren. Nehmen wir beispielsweise an, ein E-Commerce-Unternehmen erlebt eine Lieferverzögerung bei einem Lieferanten. Mit einer agilen Lieferkette kann es auf einen „Plan B“ umsteigen und Waren von einem alternativen Lieferanten beziehen, um die Lagerbestände aufzufüllen. Dadurch werden die Endkunden nicht beeinträchtigt und der Ruf der Marke geschont.
Marketingexperte Dr. David M. Gilgor definierte die fünf Dimensionen der Lieferkettenagilität wie folgt:
Wachsamkeit: Die Fähigkeit, neue Trends vorherzusagen, indem man Kunden zuhört und Informationen mit Lieferanten austauscht.
Zugänglichkeit: Zugriff auf Lieferketteninformationen und -daten, die die Entscheidungsfindung unterstützen.
Entschlossenheit: Entscheidungen über die richtige Reaktion treffen.
Schnelligkeit: Schnelle Umsetzung einer gewählten Vorgehensweise.
Flexibilität: Optimieren Sie Ihre Betriebsweise, die Märkte, in denen Sie tätig sind, oder das Serviceniveau Ihrer Geschäftspartner, um Chancen zu nutzen.
8 Strategien für eine agile Lieferkette
1. Implementieren Sie eine Bedarfsprognose
Mit KI-gestützter Software zur Bedarfsprognose können Sie historische Verkaufsdaten nutzen, um Muster zu erkennen und zukünftige Nachfragespitzen besser vorherzusehen. So können Sie auch in Stoßzeiten optimale Lagerbestände aufrechterhalten und sicherstellen, dass die Kundenerwartungen stets erfüllt werden.
2. SKU-Nachbestellpunkte festlegen
Dies ist der Bestand, zu dem Ihr Unternehmen den Bestand eines bestimmten Artikels nachbestellen muss, um Lagerausfälle zu vermeiden. Es gibt Apps und Software, die Ihnen dabei helfen können. Eine einfache Formel lautet jedoch: SKU-Nachbestellpunkt = (durchschnittlicher Tagesumsatz x Lieferzeit in Tagen) + Sicherheitsbestand.
3. Erforschen Sie technologische Fortschritte für eine agile Auftragsabwicklung
Der Schlüssel zu einer agilen Lieferkette liegt darin, in Echtzeit über das Geschehen Bescheid zu wissen, um Engpässe und Verzögerungen schnell zu erkennen. KI analysiert riesige Datenmengen entlang Ihrer Lieferkette und unterstützt Sie so bei der Entscheidungsfindung, damit alles reibungslos läuft.
4. Verwenden Sie ein Auftragsmanagementsystem (OMS)
Mit einem OMS können Sie eine Bestellung vom Kaufvorgang bis zum Erhalt der Ware verfolgen. Bei Verzögerungen werden Sie sofort informiert und können entsprechende Maßnahmen ergreifen.
5. Implementieren Sie ein Lagerverwaltungssystem (WMS)
Dies steigert die Effizienz in Ihrem gesamten Lager – von der optimalen Raumnutzung bis hin zur Aufrechterhaltung der Lagerbestände. Ein WMS kann schnell auf Nachfragespitzen reagieren und automatisch Nachschubaufträge an Ihre Lieferanten senden, sodass es nie zu Lagerengpässen kommt.
6. Verteilen Sie Ihr Inventar
Die Lagerung aller Waren in einem einzigen Lager ist problematisch, wenn dieses aufgrund von Unwettern geschlossen werden muss. Die Aufteilung des Lagerbestands auf verschiedene Standorte würde dieses Risiko minimieren. So können Sie Ihre Kundenreichweite geografisch erweitern.
7. Kommunizieren Sie regelmäßig mit Lieferanten
Durch den Kontakt mit Ihren Lieferanten erfahren Sie schnell, wenn es weiter oben in der Lieferkette zu Störungen kommt und können entsprechend alternative Prozesse planen.
8. Strategische Partnerschaften aufbauen
Durch die Auslagerung Ihrer Lieferkette an einen 3PL-Anbieter wie DHL profitiert Ihr Unternehmen vom riesigen internationalen Netzwerk dieses Logistikführers. So ist Ihr Unternehmen besser vor globalen Störungen geschützt und stellt sicher, dass Ihre Waren stets pünktlich bei den Kunden ankommen.
Wie DHL Unternehmen dabei helfen kann, ihre Lieferketten flexibler zu gestalten
Die Rolle von Logistikdienstleistern für die Agilität im E-Commerce ist wichtiger denn je. Da E-Commerce-Unternehmen mit ständig steigenden Kundenanforderungen konfrontiert sind, bietet DHL Express Strategien, um sie zu unterstützen.
DHL kooperiert mit Everstream3, einem Unternehmen für Lieferketten-Risikoanalysen. Das Unternehmen nutzt prädiktive Analysen und ist in jedem Hafen weltweit vor Ort, um Störungen zu erkennen, bevor sie die Lieferketten erheblich beeinträchtigen. So kann beispielsweise ein Kunde in Deutschland einen Materialengpass in China in Rekordzeit vorhersehen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Die frühzeitige Erkennung solcher Störungen führt zu verbesserten Services, geringeren Frachtkosten und pünktlicheren Lieferungen.
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